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Die auf Iskendrian lebende Bevölkerung glaubt zu grossen Teilen an Yarl und Niam. Zwar sind auch andere Glaubensrichtungen vertreten, wie zum Beispiel der Glaube der Elfen an die Waldgötter, aber der Glaube an Yarl und Niam ist der am weitverbreitetsten, zumal die Priester der Celtii-Nordica diesen auch predigen. Yarl ist ein launischer Gott. So launisch wie die See, der Wind und der Nebel sein können, denn in Ihnen ist Yarl. Die Seeleute gehen vor ihrer Ausfahrt in den Tempel und beten für guten Wind, eine ruhige Überfahrt oder dafür das sie nicht überfallen werden. Wenn sie heil zurückkehren ist der erste Weg den sie zumeist einschlagen nicht etwa der in die nächste Taverne um die soeben erhaltene Heuer zu versaufen, sondern führt er sie in den Tempel um Yarl zu danken. Oftmals bringen sie ihm ein Geschenk dar, eine besonders schöne Muschel, ein kleines selbstgeschnitztes Holzboot oder ähnliches. Auch steht in jedem Tempel eine Schale mit Meerwasser, in die jeder seine Hand taucht, wenn er den Tempel betritt. So launisch Yarl sein kann, so ruhig ist Niam seine Gefährtin. Sie steht für das Feuer und die Erde. Doch sollte man nicht annehmen das sie weniger furchteinflössend sein kann wie Yarl . Wenn man sie erzürnt, dann kann es sein das sie die Erde beben lässt oder dir das wohlgehütete Feuer nimmt oder es sich gar ausbreiten lässt. Es sind schon einige Schiffe nicht zurück gekehrt, weil die Besatzung zwar Yarl um eine ruhige Überfahrt baten, Niam aber vergassen und sie dafür die See erzittern oder einen Blitz in den Hauptmast einschlagen liess. Die Bevölkerung hat es sich zur Gewohnheit gemacht beide gleichermassen zu verehren, denn dies scheint der richtige Weg zu sein, sie beide als ein Ganzes zu betrachten. Denn als Ganzes ermöglichen sie erst die Magie. In den Tempeln der Niam steht ebenso eine Schale, aber anstelle von Meerwasser enthält diese Asche. Als Geschenk bringt man ihr zumeist Früchte, Samen oder auch mal ein Schmuckstück. Beide sind eigensinnig was die Priester betrifft, zwar ist es ihnen gleich welchem Volk sie angehören, doch verbieten sie ihnen nach der Priesterweihe den Genuss von Alkohol. Alkohol verneble die Sinne und sie seien dann nicht mehr in der Lage die Anwesenheit des Gottes und der Göttin zu spüren, heisst es. Die einzige Ausnahme bildet hier, der selbst gekelterte Messwein der Priesterschaft. Auch wird ein Priester dazu erzogen beide Götter gleichermassen zu ehren und zu preisen. Die Priesterweihe geht mit einem uralten Ritual einher, zu dessen Anlass ein grosses Fest gefeiert wird. Einmal im Jahr, spät in den Tagen des Herbstes, wenn der Wind eisig über die See peitscht, wird es gefeiert. Am Anfang des Festes, welches über drei Mondläufe geht, werden die jungen Novizen geweiht. Das Fest stellt für sie eine Probe dar, auf derer sie dem Alkohol entsagen müssen. Sollte doch einmal einer dem Rausch verfallen, sind ihm die Priesterweihen auf ewig entsagt und er wird des Tempels verwiesen. Nur sehr wenige haben es geschafft noch einmal eine Möglichkeit zu bekommen die Priesterweihen zu erhalten und dies auch nur wenn sie eine besondere Tat in Yarls und Niams Augen getan haben. Das höchste Amt, welches ein Priester oder eine Priesterin erreichen kann, ist das des Despater beziehungsweise der Despata, des Bruder des Geistes oder der Schwester des Geistes. Der amtierende Bruder des Geistes oder die amtierende Schwester des Geistes ist immer das Oberhaupt der Geweihtenkaste. Die Priesterschaft wird zumeist mit dem Titel Parfait angesprochen. Auch übernehmen die Priester Yarls und Niams die Totenwache für die Verstorbenen. Denn man glaubt nicht das die Götter die Seelen der Verstorbenen sofort zu sich holen. Sondern das sie in einer Art Zwischenreich warten, bis des Nachts der Nebel von der Schelmsee sich über Iskendrian legt und der Wind lautstark um die Dächer heult. Dann sind die Götterboten unter uns um die Seelen der Toten auf ihr Schiff zu rufen, mit dem sie über den Nebel segeln.
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